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6 Tipps, wenn Entspannungsübungen nicht gut wirken

Nervös angespannt oder erschöpft? Dein Nervensystem zeigt dir, was es braucht. So verstehst du es richtig zu lesen

Nervös angespannt oder erschöpft?

Letztens bin ich total k.o. nach Haus gekommen und wollte mich entspannen. Vielleicht einfach mal still hinsetzen und Gedanken beobachten? Was bei meiner Morgenmediation so gut funktioniert, war diesmal keine gute Idee. In mir drin hat es richtig gesummt vor lauter Anspannung, und nicht einmal 10 tiefe Atemzüge konnten den Instant-Buddha in mir erwecken. Also, Strategiewechsel und dick eingepackt ab an die eisige Luft. Auf eine kleine, schnelle Runde in den Wald. Mit Atemwölkchen vor dem Mund, einem Lächeln über die wunderschönen Eiszapfen und einem plötzlich leeren Hirn. Ganz da im Jetzt. Ganz wach. In meiner Mitte.

Aber warum war es vorher unmöglich, mich zu entspannen und dann ganz leicht?
Es kommt auf den aktuellen Zustand deines Nervensystems an, welche Entspannungstechnik dir gerade helfen kann und welche nicht.

Vielleicht magst du jetzt mal kurz hineinspüren. Wie fühlst du dich gerade:

  • nervös und angespannt

oder

  • abgeschlagen und erschöpft?

Anspannung lässt uns innerlich vibrieren, wir tigern rastlos von einem Ort zum anderen und im Kopf dreht sich das Gedankenringelspiel.

Abgeschlagenheit fühlt sich eher dumpf und taub an und lässt uns im Nichtstun versinken, ohne aber dabei friedlich oder erholsam zu sein.

Nervös angespannt

Wenn du innerlich unter Strom stehst, fühlst sich Stillsein unangenehm an. Dein Nervensystem ist dann noch nicht bereit für Ruhe sondern braucht zuerst Stabilisierung durch einen Anker im Hier und Jetzt. Es möchte sich sicher fühlen, damit es herunterfahren kann. Dafür kannst du zum Beispiel folgende Übungen ausprobieren:

  • Rhythmische Bewegung wie Schütteln, Tanzen oder Trommeln
  • Summen oder singen
  • Körperklopfen (z.B. die Arme oder Beine abklopfen)

Wenn dadurch deine innere Aktivierung gesunken ist, kann sich dein Nervensystem sicher genug fühlen, um in die aufmerksame Ruhe zu gehen.

Erschöpft und überfordert

Wenn du völlig erschöpft bist und dich müde oder sogar taub fühlst, dann ist Ruhe oft ebenfalls nicht so hilfreich, wie du vielleicht denkst. Ein erschöpftes Nervensystem braucht stattdessen sanfte Aktivierung, um in die Entspannung zu finden.

Probiere dafür zum Beispiel:

  • Im Stehen langsam das Gewicht von einem Fuß auf den anderen verlagern
  • 5-Sinne-Check und Schmetterlingsumarmung
  • Kalte Frischluft tanken oder kaltes Wasser über die Handgelenke rinnen lassen

Das kann dir helfen, dich sofort wieder lebendiger zu fühlen und genug Energie zu bekommen, um Entspannung zulassen zu können.

In die Entspannung gibt es also Wege von 2 Richtungen aus. Aus der Überspannung durch bewegte Orientierung und aus der Unterspannung durch sanfte Aktivierung. Wie geht es dir jetzt gerade und welche Übung hat dir geholfen? Schreib mir doch, ich freu mich drauf!