Wo spürst du Stress am meisten? Chaos im Kopf? Oder hast du vor allem Stellen im Körper, die sich bei Stress bemerkbar machen? Über unser vegetatives Nervensystem sind Kopf und Körper fix verdrahtet, und es gibt keine Gedanken und kein Gefühl, das nicht auch gleichzeitig eine Reaktion im Körper auslöst.
Oft ist es sogar umgekehrt: wir spüren etwas unbewusst über unser Bauchgefühl (das viszerale Empfinden), und als Reaktion darauf sagt uns das Gehirn, was wir denken sollen.
Aber der Reihe nach: Welche Körperbereiche sind besonders stressanfällig und was wollen sie uns mitteilen, wenn sie sich melden?
Oberer Körperbereich
- Nacken: „Ich bin ständig unter Spannung“
- Schultern: „Ich trage gerade zu viel“ „Kann mir bitte jemand etwas abnehmen?“
- Kiefer: „Ich beiße die Zähne zusammen, behalte die Kontolle und versuche durchzuhalten“
Wenn wir Schmerzen in unserem oberen Körperbereich haben, ist das ein Zeichen von „perfekt sein wollen“, großem inneren Druck, der nicht nach außen darf, unterdrückter Wut.
Mittlerer Körperbereich
- Brust: „Ich bin unter Druck, etwas nimmt mir die Luft zum Atmen“
- Bauch: „Ich hab ein ungutes Gefühl im Magen“ „Ich habe einen schlechten Geschmack im Mund und mir kommt die Galle hoch, weil alles zu viel ist“
- Verdauung: „Ich vertrage bestimmte Lebensmittel schlechter“ „Etwas stimmt nicht, deshalb zieht es und mein Darm ist aus dem Gleichgewicht, jederzeit bereit, Ballast abzuwerfen, falls wir flüchten müssen“
Wenn du ständig unter Anspannung stehst, hat dein System keine Zeit und keine Energie, um dein Essen zu verdauen. Außerdem wird Selbstheilung hintangestellt und dein Immunsystem leidet.
Unterer Körperbereich und mittendrin
- Wirbelsäule: „Ich bin steif wie ein Brett“ „Ich hab instabile Bereiche in meinem Rücken“
- Becken: „Ich kann nicht wirklich locker lassen“ „Ich muss auf Schienen bleiben und darf nicht links und rechts schauen, weil ich sonst die Kontrolle verliere“
- Beine: „meine Beine fühlen sich schwach und wackelig an“
Dein Körper spannt sich an, um dir Stabilität zu geben und zeigt dir, wo bei dir gerade zu viel los ist.
Was kannst du tun, wenn du Stress spürst?
Ein Nervensystem, das ständig unter Strom steht, braucht nicht noch mehr „durchhalten“ und „zusammenreißen“. Stattdessen braucht es Orientierung und Sicherheit.
Nimm dafür bewusst wahr, wo sich der Stress im Körper zeigt und wende dich ihm zu. Wenn du genau hinspürst, fühlt sich dein Körper gesehen. Das erzeugt Sicherheit und ändert sofort etwas am Zustand deines Nervensystems.
1. Lokalisiere genau den Bereich, in dem sich der Stress zeigt und lege eine Hand darauf.
2. Benenne die Emotion, die dabei entsteht.
3. Spüre: Wird es ruhiger oder unangenehmer?
4. Lass deine Hand noch ein paar Minuten auf dieser Körperstelle und atme dreimal bewusst länger aus.
5. Bedanke dich bei deiner Körperstelle dafür, dass sie sich dir mitgeteilt hat.
Wie fühlst du dich jetzt in deinem Körper? Hast sich etwas verändert? Schreib mir doch, ich freu mich drauf!